Ehegattenunterhalt: Bei untergeschobenem Kind darf gekürzt werden

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Frauen, die ihrem Mann ein Kind aus einer außerehelichen Beziehung unterschieben, müssen sich eine Kürzung ihres Unterhaltsanspruchs gefallen lassen. Der Fehltritt führt zur Verwirkung des Anspruchs.

Ein Ehepaar trennte sich nach über 30 Jahren Ehe. Die Frau verlangte monatlich 940,00 € Euro Unterhalt; der Mann wollte erheblich weniger zahlen, weil er die Vaterschaft für den gemeinsam großgezogenen Sohn erfolgreich angefochten hatte. Der stammte aus einer Affäre der Frau mit einem früheren Arbeitskollegen, wie sich später herausstellte.

Das Oberlandesgericht Hamm gab dem Scheinvater recht und bestätigte, dass die Frau durch ihr Verhalten den Unterhaltsanspruch zum Teil verwirkt hatte. Denn für einen Mann spielt es eine erhebliche Rolle, ob er der leibliche Vater des Kindes ist oder nicht.

Hinzu kam, dass die Frau eidesstattlich versichert hatte, keine Affäre gehabt zu haben. Sie hat sich daher wegen Falscher Versicherung Eides Statt strafbar gemacht und damit zumindest einen versuchten Betrugs zum Nachteil ihres Noch-Ehemannes begangen.

Dass der Unterhaltsanspruch nicht vollständig entfällt, beruht darauf, dass die Ehe immerhin über 30 Jahre gehalten und der Ehemann im Gegensatz zu seiner Frau stets über ein gutes Einkommen verfügt hat. Auch das Alter der Frau spielte hierbeibei eine Rolle. Sie ist nach Ansicht der Familienrichter mit 57 Jahren auf dem Arbeitsmarkt nur noch eingeschränkt vermittelbar. Das Gericht schrieb der Frau allerdings zusätzlich ins Stammbuch, dass sie den Umfang ihrer bisherigen Tätigkeit von 56 Stunden/Monat deutlich ausweiten bzw. eine Nebentätigkeit aufnehmen müsse (OLG Hamm, Beschluss vom 9.3.2015, 8 UF 41/14 ).

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