Vertragliche Regelung des Nachscheidungsnamens grundsätzlich zulässig

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Wer sich zum Beispiel "auf dem Standesamt adeln" lässt, indem er einen Grafen bzw. eine Gräfin heiratet und den blaublütigen Namen annimmt, darf den Namen nach der Scheidung behalten. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Ein Ehepaar hatte vor der Eheschließung im Rahmen eines Ehevertrages geregelt, welcher Name der Ehename wird. Im Zusammenhang damit hatte sich der Ehegatte, dessen Name nicht genommen wurde, verpflichtet, den Ehenamen im Fall der Scheidung wieder abzulegen. Als es zur Scheidung kam, mussten die Gerichte über die Namensproblematik entscheiden - bis hin zum Bundesgerichtshof.

Und der stellte fest, dass derartige Vereinbarungen zulässig sind. Selbst wenn Kinder aus der Ehe hervorgegangen sind, soll das nichts an der Wirksamkeit der Vereinbarung ändern - jedenfalls nicht, wenn schon bei der Eheschließung beabsichtigt war, gemeinsam Kinder zu bekommen. Ob das auch gilt, wenn beide Eheleute von Kinderlosigkeit ausgehen und dann doch Eltern werden, hatte der Bundesgerichtshof nicht zu entscheiden.

Ebenso wenig soll die Dauer der Ehe (in konkreten Fall waren es 15 Jahre) eine Rolle spielen. Im Ergebnis muss deshalb hier derjenige, der den Namen des anderen angenommen hat, wieder seinen Geburtsnamen oder den Namen aus der Zeit vor der Eheschließung annehmen (BGH, Urteil vom 6.2.2008,XII ZR 185/05).


Weitere Informationen zum Thema Namensrecht können Sie dem PDF-Download "Namensrecht: Wegweiser bei Geburt, Heirat und Scheidung" entnehmen.

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