Scheidung: Versicherer kassieren bis zu drei Prozent der Versorgungsansprüche

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Seit September 2009 gilt bei Ehescheidungen ein neues Recht beim Versorgungsausgleich. Nunmehr werden die Altersversorgungsansprüche, die die Partner in der Ehe aufgebaut haben, jeweils Stück für Stück geteilt. Aus dem privaten Rentenversicherungsvertrag des einen Partners werden dann zwei Verträge. Das lassen sich Versicherungen und betriebliche Versorgungsträger allerdings gut bezahlen.

Das Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart fand in einer Entscheidung vom 25.6.2010 Teilungsgebühren in Höhe von drei Prozent der Ansprüche, maximal aber 500 Euro, für angemessen. Das Urteil ist rechtskräftig (Az. 15 UF 120/10).

Nach dem Versorgungsausgleichsgesetz können die Versorgungsträger die bei der internen Teilung entstehenden Kosten jeweils zur Hälfte mit den Anrechten beider Ehegatten verrechnen. Die Versicherung machte zur Begründung folgende Rechnung auf: 3 Stunden Sachbearbeiterkosten für die interne Teilung à 53,70 Euro = 161,10 Euro plus mindestens 250 Euro bis 300 Euro für die Einrichtung eines neuen Versicherungskontos und die Übertragung des Ausgleichswerts. Insgesamt würden sich damit rund 460 Euro ergeben. Eine Mischkalkulation mit einem Höchstbetrag von 500 Euro und einem Standardsatz von 3 Prozent der Versorgungsansprüche leuchtete dem Gericht ein.

Das angesammelte Altersvorsorgekapital machte im entschiedenen Fall 17.280 Euro aus. Hiervon 3 Prozent wären rd. 518 Euro. Also griff hier die Begrenzung der Kosten auf max. 500 Euro. Gerade bei höheren Versorgungsansprüchen dürfte diese Höchstbetragsregelung häufig den Interessen der Versicherten entsprechen.

Tipp
Bevor die Ansprüche geteilt werden, sollten Ex-Eheleute beim jeweiligen Träger anfragen, was dieser für eine Teilung der Ansprüche berechnen würde. Sind die Kosten zu hoch, so kann es sich lohnen, die entsprechenden Verträge unangetastet zu lassen und die Ansprüche anderweitig auszugleichen. So kann der Partner, dem eigentlich aus der privaten Rentenversicherung seines Ex ein Ausgleich zustünde, stattdessen etwa die Eigentumswohnung (falls vorhanden) behalten bzw. hierfür einen niedrigeren Ausgleichbetrag zahlen.

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