Großeltern können Einfluss haben bei der Auswahl eines Vormunds für ihre Enkel

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Bei engen familientypischen Bindungen können in Ausnahmefällen die Großeltern verlangen, bei der Bestellung eines Vormunds für ihr Enkelkind berücksichtigt zu werden.

Eine Großmutter beanspruchte die Vormundschaft für ihre zwei Enkelkinder, weil die Mutter ihrer Enkelkinder in nach Ansicht der Großmutter kindeswohlgefährdenden Art und Weise schnell wechselnde Beziehungen unterhielt. Für das ältere der beiden Enkel erhielt die Großmutter vor dem Bundesverfassungsgericht in letzter Instanz die Vormundschaft, ihr Antrag für das jüngere Enkelkind wurde abgelehnt, die Vormundschaft blieb beim Jugendamt.

Das Bundesverfassungsgericht betonte in seiner Entscheidung, dass vor allem bei komplizierten Familiengeschichten mit auch teilweise komplexen psychologischen Hintergründen die Großeltern nicht automatisch eine besondere Eignung für die Kindererziehung besitzen. Dies müsse im Einzelfall sorgfältig geprüft werden.

Eine enge Beziehung zwischen Enkelkind und Großeltern muss dabei nachweislich durch Zuneigung, Verantwortungsbewusstsein und Beistandsbereitschaft geprägt sein. Nur dann könne den Großeltern in Einzelfällen ein solches Recht erwachsen aus Artikel 6 Abs. 1 GG, der auch familiäre Bande zwischen Großeltern und Enkelkinder umfasse.

Fazit: Der Regelfall ist deshalb die Regelung des Artikel 6 Absatz 2 Satz 1. Danach können die Eltern bei der Bestellung des Vormundes auch verlangen, dass ihnen vertraute nahe Verwandte bei der Auswahl berücksichtigt werden, dieses Recht steht aber nur den Eltern zu, nicht den Großeltern (BVerfG, Beschluss vom 24.6.2014, 1 BvR 2926/13).

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