Totenfürsorge nicht unbedingt Sache der nächsten Angehörigen

 - 

Für die Beisetzung eines Verstorbenen sind normalerweise die nächsten Angehörigen zuständig. Sie sind totenfürsorgeberechtigt. Es ist aber das gute Recht eines jeden, eine dritte Person mit dieser Aufgabe zu betrauen.

Die Angehörigen eines Verstorbenen stritten sich darüber, wer die Totenfürsorge innehabe. Es ging unter anderem darum, ob der Leichnam der Verstorbenen durch Sargbeisetzung auf einer Friedhofsinsel, der zu einem Schlosspark gehört, erfolgen sollte.

Dabei war der Streit vollkommen überflüssig. Der Verstorbene hatte eine dritte Person, die nicht zu den Angehörigen zählt, dazu bestimmt, sich um seine Bestattung zu kümmern. Er hatte in einer notariellen Bestattungsverfügung alles geregelt. Und dabei blieb es, als der Streit vor dem Amtsgericht Osnabrück weitergeführt wurde.

Das Gericht stellte fest, der Wille des Verstorbenen ist entscheidend. Eine derartige Verfügung ist auch dann vorrangig, wenn das Totenfürsorgerecht einem Dritten übertragen wurde, der nicht zu den engsten Familienangehörigen oder der Erben zählt. Letztlich muss jeder Bürger weitgehend selbst darüber entscheiden können, wie er sich seine Bestattung wünscht. Das ist ein Ausdruck der im Grundgesetz garantierten Menschenwürde (AG Osnabrück, Urteil vom 27.2.2015, 15 C 568/15 ).

Wollen Sie ebenfalls sicherstellen, wie Sie bestattet werden und wer sich darum kümmern soll, hinterlegen Sie am besten auch gur auffindbar eine Bestattungsverfügung. Die unterliegt keinen Formvorschriften. Sie kann handschriftlich oder am Computer erfasst werden. Auf jeden Fall sollte sie aber mit Datum versehen und unterschrieben werden.

Weitere News zum Thema

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.