Volljährigenunterhalt: Eltern müssen bei Freiwilligen Sozialem Jahr weiterhin zahlen

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Volljährige Kinder sind verpflichtet, nach dem Ende der Schulzeit eine Berufsausbildung zu beginnen. In dieser Zeit haben sie grundsätzlich Anspruch darauf, weiterhin von ihren Eltern finanziell unterstützt zu werden. Das haben sie auch, wenn sie sich nach Erreichen des Schulabschlusses nicht unmittelbar um eine Ausbildungsstelle bewerben, sondern zunächst unverzüglich im Anschluss an den Schulabschluss ein Freiwilliges Soziales Jahr ableisten.

Eine 1997 geborene Frau absolvierte ein Freiwilliges Soziales Jahr in einem Krankenhaus. Dafür erhielt ein Taschen- und Verpflegungsgeld in Höhe von 370,00 € monatlich. Da sie später Krankenschwester werden wollte, sah sie darin eine gute Vorbereitung auf den angestrebten Beruf. Daher verlangte sie von ihrem Vater Unterhalt in Höhe von 149,00 €. Der Vater lehnte ab. Er war der Überzeugung, die Tochter hätte sich direkt nach der Schule um eine Ausbildungsstelle kümmern müssen.

Das Oberlandesgericht Hamm entschied zugunsten der Tochter. Begründung: Das Freiwillige Soziale Jahr ist ein angemessener Ausbildungsschritt, um die Bildungsfähigkeit von Jugendlichen zu verbessern und ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt nach Abschluss ihrer Ausbildung zu erhöhen. Dies gelte auch dann, wenn zu Beginn des Freiwilligen Sozialen Jahres noch nicht sicher sei, ob das Kind später tatsächlich im sozialen Bereich eine Ausbildung machen und arbeiten wolle. Das Freiwillige Soziale Jahr biete eine wichtige Orientierungsmöglichkeit, durch die jemand berufliche Erfahrungen sammeln und Klarheit darüber bekommen kann, ob er sich für einen Pflegeberuf eignet.

Während dieser Zeit müsse sich das Kind aber auf den anschließenden Berufsweg mit entsprechende Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz bemühen (OLG Hamm, Beschluss vom 8.1.2015, 1 WF 296/14 ).

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