Samenspende: Kinder haben Recht auf Namen des Vaters

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Auch Kinder, die mithilfe einer anonymen Samenspende gezeugt wurden, haben von klein auf das Recht, zu erfahren, wer ihr biologischer Vater ist. Nach dem BGH ist hierfür kein Mindestalter vorgesehen.

Zwei Schwestern im Alter von damals 10 und 15 Jahren verlangten von einer Reproduktionsklinik Auskunft darüber, wer ihre biologischen Väter seien. Nicht nur die Klinik, auch das Landgericht Hannover lehnte den Auskunftsanspruch ab, da die Mädchen noch zu jung seien.

Der BGH dagegen entschied, es gibt kein Mindestalter für eine solche Auskunft. Gerade auch für jüngere Kinder kann die Information über die Identität des biologischen Vaters für die "Entfaltung der Persönlichkeit von elementarer Bedeutung" sein.

Allerdings sind die Interessen des Kindes und des Samenspender gegeneinander abzuwägen. Die Preisgabe seines Namens muss für den Samenspender zumutbar sein. Wobei seine wirtschaftlichen Interessen außen vor bleiben. Es sind also vor allem die Auswirkungen auf sein Privatleben zu berücksichtigen. Der BGH stellte fest, dass dem Recht des Kindes auf Kenntnis der eigenen Abstammung "regelmäßig ein höheres Gewicht zukommt".

Wenn Eltern als Vertreter ihrer Kinder, den Spendernamen erfahren wollen, muss die Reproduktionsklinik ihn in der Regel herausgeben. Voraussetzung ist allerdings, dass die Eltern die Auskunft tatsächlich für ihre Kinder verlangen. Gegen die Preisgabe des Namens spricht dann auch nicht, dass die Eltern notariell auf die Auskunft über den Namen des Spenders verzichtet hatten (BGH, Urteil vom 28.1.2015, XII ZR 201/13 ).

In Deutschland gibt es ungefähr 100.000 durch Samenspende gezeugte Kinder. Höchstens 30 Prozent der Eltern teilen ihren Kindern überhaupt mit, dass Sie mithilfe einer anonymen Samenspende gezeugt wurden. Die Unterlagen über anonyme Samenspenden müssen 30 Jahre lang aufbewahrt werden.

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