Kost und Logis frei: Unterhaltspflicht bleibt

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Auch wenn der Sohn bei seiner Großmutter lebt, schuldet ihm sein Vater weiterhin Unterhalt in voller Höhe. Der Bedarf eines volljährigen Kindes verringert sich nicht dadurch, dass es kostenfrei im Haushalt seiner Großmutter wohnt. Denn die Leistung der Großmutter ist eine freiwillige Leistung Dritter, die auf den Unterhaltsanspruch nicht anzurechnen ist.

Der fast 20-jährige junge Mann verlangt von seinem Vater Unterhaltszahlungen in Höhe von 450,00 € monatlich ab Erreichen der Volljährigkeit. Er besucht die höhere Handelsschule und lebt kostenfrei bei seiner Großmutter. Da sie selbst finanziell nicht in der Lage ist, ihrem Enkel unter die Arme zu greifen, unterstützt ihr Ehemann den jungen Mann, obwohl er mit diesem nicht verwandt ist.

Der Vater führte an, dass sein Sohn keinen eigenen Haushalt führe und sich viele Kosten spare, indem er mit seiner Großmutter und deren Ehemann zusammenlebe. Diese ersparten Aufwendungen seien auf den Unterhaltsanspruch anzurechnen.

Dies lehnte das Oberlandesgericht Hamm ab. Der Vater muss seiner Unterhaltspflicht in voller Höhe nachkommen. Nach den sogenannten Hammer Leitlinien hat er einen monatlichen Bedarf von 670 € ;-. Die Lebenssituation seines Sohnes ist mit derjenigen eines volljährigen Kindes mit eigenem Hausstand durchaus vergleichbar. Auch wenn er für Essen und Wohnen bei seiner Großmutter nicht zahlt, bleibt dies eine freiwillige Leistung seiner Großmutter und ihres Ehemannes. Seine Situation ist mitnichten die eines Kindes, das bei einem unterhaltspflichtigen Elternteil lebt. Denn seine Großmutter ist selbst nicht leistungsfähig und jedenfalls nicht in einem vergleichbaren Maße wie seine Eltern unterhaltspflichtig (OLG Hamm, Beschluss vom 29.5.2013, 2 WF 98/13 ).

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