Kleinkind-Förderung in der Kita: vier Stunden sind genug

 - 

Nur im Ausnahmefall haben Sie einen Anspruch auf eine längere Betreuung Ihres Kleinkindes. Einen erhöhten Betreuungsbedarf müssen Sie aber begründen.

Ein 2-jähriges Mädchen besuchte an fünf Tagen in der Woche eine private Kindertagesstätte. Ihre Eltern wollten die Einrichtung wechseln und beantragten einen Betreuungsplatz in einer städtischen Tageseinrichtung für täglich acht Stunden. Die Stadt lehnte den Antrag ab, da es in den städtischen Tageseinrichtungen derzeit keine freien Plätze gebe.

Das Verwaltungsgericht Stuttgart sah hier keine Eile geboten. Da das Mädchen bereits einen Betreuungsplatz hat, kann ihr zugemutet werden, dort zu bleiben, bis über den ursprünglichen Antrag endgültig entschieden ist.

Die Eltern haben keine Gründe dargelegt, warum ein Wechsel in eine städtische Tageseinrichtung für sie wichtig ist. Es ist zweifelhaft, ob das Mädchen überhaupt einen Anspruch auf eine 8-stündige Betreuung täglich hat. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass der Umfang des Betreuungsanspruchs für die unter 3-jährigen sich auf vier Stunden täglich erstreckt (vgl. das Rechtsgutachten hierzu vom Deutschen Institut für Jugendhilfe und Familienrecht unter www. dijuf.de).

Machen Eltern eine hiervon abweichende längere Förderung und Betreuung ihres Kindes geltend, müssen sie ihren erhöhten Betreuungsbedarf begründen. Denkbare Gründe für einen erweiterten Betreuungsumfang sind beispielsweise Ausbildung, Erwerbstätigkeit beider Elternteile oder Arbeitssuche. Die Mutter des Mädchens befindet sich jedoch wegen der Geburt eines zweiten Kindes gerade in Elternzeit, was eher gegen einen erhöhten Betreuungsbedarf spricht (VG Stuttgart, Urteil vom 22.8.2013, 7 K 2688/13 ).

Weitere News zum Thema

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.