Kita oder Tagesmutter? - Sie dürfen wählen

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Ab dem 1.8.2013 hat jedes Kind zwischen einem und drei Jahren Anspruch auf einen Krippenplatz in Wohnortnähe. Dabei dürfen Eltern, die sich für eine Kindertageseinrichtung entschieden haben, nicht auf eine Tagesmutter verwiesen werden.

Die Eltern zweier Kleinkinder in Köln wollten sichergehen, ab August tatsächlich einen Kita-Platz zur Verfügung zu haben. Die Stadt Köln ging davon aus, dass sie mit der Bereitstellung eines Platzes unabhängig von der Entfernung zum Wohnort ihrer Verpflichtung genüge, sofern eine halbe Stunde Fahrzeit nicht überschritten werde. Auch der Deutsche Städtetag geht davon aus, dass Betreuungsplätze nicht immer wohnortnah vergeben werden können. Genauso wenig könne die Wahl zwischen Kita und Tagespflege in jedem Fall garantiert werde. Bei bestehenden Alternativen werde die Wahl der Eltern selbstverständlich berücksichtigt, auch wenn beide Angebote qualitativ grundsätzlich gleichwertig seien.

Das Verwaltungsgericht Köln sah dies anders. Der gesetzliche Anspruch auf einen Betreuungsplatz ist wohnortnah zu erfüllen. Wohnortnah bedeutet im städtischen Raum, dass die Kindertagestätte nicht mehr als fünf Kilometer (Wegstrecke) vom Wohnort entfernt liegen darf.

Außerdem begründet der gesetzliche Anspruch auf frühkindliche Förderung ein Recht auf die zwei nebeneinander bestehenden Betreuungsformen "Kindertageseinrichtung" (=Kita oder Krippe) und Kindertagespflege (Tagesmutter oder Tagesvater). Die Eltern können sich zwischen diesen Alternativen entscheiden. Möchten die Eltern, dass ihr Kind eine Kita besucht, darf die Stadt sie nicht auf ein Angebot einer Tagesmutter verweisen. Die Stadt Köln hat gegen die Entscheidung Beschwerde vor dem Oberverwaltungsgericht Münster eingelegt (VG Köln, Urteil vom 18.7.2013, 19 L 877/13 ).

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