Kein Unterhalt für ein volljähriges Kind zwischen freiwilligem sozialen Jahr und Ausbildung

 - 

Ein volljähriges Kind hat in der Zeit zwischen Beendigung eines freiwilligen sozialen Jahres und Beginn einer Berufsausbildung oder eines Studiums grundsätzlich keinen Anspruch gegen die Eltern auf Zahlung von Unterhalt. Das Kind ist verpflichtet in dieser Zwischenphase eine Tätigkeit aufzunehmen, die es ihm erlaubt, seinen Unterhalt selbst zu bestreiten.

Ein 21-Jähriger begehrte Unterhalt von seinem Vater für zwei Monate, in denen er nach Schulabschluss und einem freiwilligen sozialen Jahr vor Beginn seiner Ausbildung kein eigenes Einkommen erzielte. Er bekam ihn nicht.

Und das zur Recht. Auch ein volljähriges Kind kann einen Unterhaltsanspruch gegen seine Eltern haben, wenn das Kind sich nicht selbst unterhalten kann. Das gilt insbesondere für die Schulzeit, die Ausbildung und das Studium. Unterziehen sich volljährige Kinder jedoch keiner Berufsausbildung, haben sie auch keinen Anspruch auf Unterhalt. Sie müssen dann jede Arbeitsmöglichkeit nutzen, die sich ihnen bietet, um selbst für ihren Unterhalt zu sorgen. Eine Ausnahme ist in der Zeit zwischen Beendigung der Schule und Aufnahme der Berufsausbildung zu machen. Hier besteht für das Kind grundsätzlich keine Erwerbsobliegenheit. In dieser Zeit wird dem Kind eine Erholungsphase zugestanden.

Diese Erholungsphase wird jedoch ausschließlich für die Zeit zwischen Schule und Berufsausbildung zugestanden. Im vorliegenden Fall macht der Sohn jedoch Unterhalt zwischen Beendigung des freiwilligen sozialen Jahres und seiner Berufsausbildung geltend. In dieser Zeit hätte er sich eine bedarfsdeckende Tätigkeit suchen können. Eine Erholungsphase wird ihm hier nicht (mehr) zugestanden. Er hat somit keinen Unterhaltsanspruch.

Fazit: Die Zeit zwischen Beendigung der Schule und Beginn einer Ausbildung oder eines Studiums ist demnach auch finanziell sorgfältig durchzuplanen (OLG Karlsruhe, Beschluss vom 8.3.2012, Az. 2 WF 174/11).

Weitere News zum Thema

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.