Gemeinsames Sorgerecht für nicht eheliches Kind scheitert nicht an mangelnder Kooperationsbereitschaft der Mutter

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Nicht eheliche Väter haben einen Anspruch darauf, zusammen mit der Mutter das Sorgerecht gemeinsam gegen deren Willen auszuüben, wenn dies dem Kindeswohl nicht widerspricht. Die Beweislast liegt bei der widersprechenden Mutter.

Eine nicht verheiratete Kindsmutter machte geltend, die Kommunikation zwischen ihr und dem Kindsvater sei nachhaltig gestört. Sie verweigerte gleichzeitig ohne nachvollziehbare Gründe ihre Mitwirkung an einer Verbesserung der Kommunikation. So lehnte sie beispielsweise Elterngesprächen ab. Vor dem Familiengericht hatte sie damit keinen Erfolg. Das gab dem Vater recht.

Die Frau hätte erhebliche Gründe dafür vortragen müssen, dass die Übertragung des gemeinsamen Sorgerechts auf den Vater mit dem Kindeswohl nicht vereinbar ist. Das war hier nicht geschehen. Nicht jedes Kommunikationsproblem bzw. Meinungsverschiedenheit spricht gegen ein gemeinsames Sorgerecht. Nur wenn auf der Kommunikation schwerwiegend und nachhaltig gestört ist, so dass keine gemeinsame Entscheidungsfindung der Eltern in einer Sorgerechtsangelegenheit möglich und dadurch eine Belastung des Kindes absehbar ist, kann das Gericht von der Begründung des gemeinsamen Sorgerechts absehen (AG Bernau, Beschluss vom 13.10.2014, 6 F 567/15 ).

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