Führerschein mit 17 - auch wenn Papa dagegen ist?

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Begleitetes Fahren mindert das Unfallrisiko. Ein Vater darf seinem Sohn den Führerschein mit 17 deshalb nicht ohne triftigen Grund verweigern.

Die Eltern des 17jährigen sind geschieden, haben aber das Sorgerecht gemeinsam inne. Der Sohn wollte mit 17 seinen Führerschein machen. Der Vater lehnte das ab, weil sein Sohn ihm vor über einem Jahr eine beleidigende SMS geschrieben habe. Der Sohn dagegen argumentiert, er habe jetzt Zeit, den Führerschein zu machen. Mit 18 würde es ihm deutlich schwerer fallen, da er die Führerscheinprüfung dann zeitgleich mit dem Abitur machen müsste.

Das Amtsgericht Hannover übertrug der Mutter die alleinige Entscheidung über die Zustimmung zur Führerscheinprüfung mit 17. Das begleitete Fahren erlaubt Minderjährigen, unter Anleitung über einen längeren Zeitraum Fahrpraxis zu erwerben. Dadurch sind die Unfallzahlen der Fahranfänger bereits zurückgegangen. Daher entspricht es dem Kindeswohl, wenn der Sohn seine Führerscheinprüfung bereits mit 17 ablegt.

Die Weigerung seines Vaters gründet sich dagegen auf sachfremde Erwägungen, die mit der Führerscheinprüfung nichts zu tun haben. Außerdem hat sich der Sohn in den letzten Jahren weiter entwickelt und würde eine solche SMS ohnehin nicht mehr schreiben (AG Hannover, Urteil vom 14.10.2013, 609 F 2941/13 ).

Nicht nur die Eltern kommen als Beifahrer in Frage. Die Begleitpersonen müssen lediglich bestimmte Voraussetzungen erfüllen:

  • Sie müssen mindestens 30 Jahre alt sein,

  • seit mindestens fünf Jahren selbst einen Führerschein Kl. B besitzen,

  • höchstens drei Punkte haben und

  • in der Prüfbescheinigung des Fahranfängers namentlich eingetragen sein.

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