Eingewöhnungsprobleme in Kita berechtigen Eltern zur fristlosen Kündigung

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Nicht alle Kleinkinder sind so pflegeleicht, dass man sie in die Kita bringen und anschließend beruhigt arbeiten gehen kann. Will es gar nicht mit der Eingewöhnung klappen, müssen Eltern den Betreuungsvertrag kündigen können – und zwar fristlos.

Die Eltern eines Einjährigen mussten feststellen, dass ihr Kind sich auch noch nach der üblichen Eingewöhnungsphase in der Kita nicht wohlfühlte. Die Tränen flossen reichlich, nur die Mutter konnte das Kind trösten. Als in der fünften Woche immer noch keine Besserung in Sicht war, kündigten die Eltern den Betreuungsvertrag mit der Einrichtung.

Die Sache ging vor Gericht, wo der Betreuungsvertrag streng unter die Lupe genommen wurde. Darin war unter anderem geregelt, dass bei einem Scheitern der Eingewöhnung des Kindes die Einrichtung zur fristlosen Kündigung berechtigt ist, die Eltern dagegen in diesem Fall eine Frist einzuhalten hätten.

So nicht, entschiedet das Gericht. Der Vertrag widerspricht dem Kindeswohl und das darf nicht sein. Eltern müssen in Fällen wie diesen fristlos kündigen können. Die materiellen Interessen einer Kindertagesstätte haben schließlich weniger Gewicht als das Wohlbefinden eines Kleinkindes (AG Bonn, Urteil vom 28.7.2015, 114 C 151/15 ).

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