Vater bricht Kontakt ab: Sohn muss trotzdem für Heimkosten aufkommen

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Kinder müssen im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten für den Unterhalt ihrer Eltern aufkommen. Diesen Unterhaltsanspruch gegen ihre Kinder verlieren Eltern nur bei schweren Verfehlungen.

Der Sohn soll für Heimkosten seines Vaters in Höhe von rund 9.000,00 € aufkommen. Er hatte seit seinem 18. Lebensjahr keinen Kontakt mehr zu seinem Vater. Dieser hatte kurz nach der Scheidung von der Mutter seines Sohnes den Kontakt abgebrochen und spätere Annäherungsversuche abgewiesen.

Der Sohn verweigerte die Zahlung, da er seit Jahrzehnten keinen Kontakt mehr zu seinem Vater gehabt habe und dieser ihn schließlich aufgrund dessen auch noch bis auf den Pflichtteil enterbt habe.

Die Richter des Bundesgerichtshofs sahen dies anders. Der Sohn bleibt trotz des einseitigen Kontaktabbruchs durch den Vater unterhaltspflichtig. Zwar liegt in dem Abbruch des Kontakts durchaus eine elterliche Verfehlung, da der Vater hierdurch die gegenseitige Pflicht auf "Beistand und Rücksicht" verletzt hat.

Aber gegenüber einem volljährigen Kind stellt die "Aufkündigung der familiären Bande" allein noch keine schwere Verfehlung dar, die den Verlust des Unterhaltsanspruchs nach sich zöge. Denn in den entscheidenden Jahren der Kindheit hat der Vater sich um seinen Sohn gekümmert (BGH, Beschluss vom 12.2.2014, XII ZB 607/12 ).

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