Wohnungseigentum: Mit kleinen Fehlern in der Jahresabrechnung müssen Sie leben

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So lange es nur um kleinere Beträge geht, kann der Beschluss über eine fehlerhafte Jahresabrechnung trotzdem einer ordnungsgemäßen Verwaltung entsprechen.

Eine Eigentümergemeinschaft hatte per Beschluss die Jahresabrechnung genehmigt. Die hierin enthaltenen Heizkosten waren nach einem Kostenschlüssel abgerechnet, der zwar ab 2014 laut Gesetz verpflichtend ist. Die Teilungserklärung sieht aber eine Verteilung der Heizkosten nach der Wohnfläche vor. Für den Wohnungseigentümer ergaben sich aufgrund des falschen Kostenverteilungsschlüssels Mehrkosten in Höhe von 1,10 €.-. Auch für die übrigen Wohnungseigentümer ging es nur um ähnlich geringe Beträge. Einer der Wohnungseigentümer wandte sich nun gegen die Verteilung der Kosten nach dem neuen Kostenschlüssel. Dieser sei erst im kommenden Jahr anzuwenden.

Das Landgericht Berlin entschied, die Jahresabrechnung bleibt wirksam. Auch wenn der Kostenverteilungsschlüssel, der der Heizkostenabrechnung zugrunde gelegt wurde falsch war, führt dies hier nicht zur Rechtswidrigkeit der Jahresabrechnung. Denn zum einen ergeben sich für die einzelnen Wohnungseigentümer jeweils nur minimal abweichende Beträge im Vergleich zur Anwendung des korrekten Verteilungsschlüssels. Außerdem ist künftig die Abrechnung ohnehin auf der Grundlage des angewandten Verteilungsschlüssels vorzunehmen. Aus diesen Gründen fehlt dem Wohnungseigentümer das sogenannte Rechtsschutzinteresse (LG Berlin, Urteil vom 13.2.2013, 85 S 64/12 WEG, ).

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