Wohnungseigentümer können zur Sanierung gezwungen werden

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Kosten für notwendige Sanierungen sind von allen Eigentümern gemeinsam zu tragen. Das gilt unabhängig von der finanziellen Leistungsfähigkeit oder dem Alter einzelner Eigentümer. Wer sich weigert zu zahlen, kann sogar zu Schadensersatz verpflichtet sein.

In einem Haus mit drei Wohnungen streiten sich die Eigentümer der oberen beiden Wohnungen mit der Eigentümerin der Kellerwohnung um Sanierungskosten. Durch Feuchtigkeit in den Wänden infolge von Baumängeln ist die Wohnung im Kellergeschoss inzwischen unbewohnbar. Die Eigentümerin dieser Wohnung verlangt die Sanierung der Wände. Die übrigen Eigentümer lehnen eine Beteiligung an den Sanierungskosten ab. Sie könnten das Geld hierfür nicht aufbringen. Aufgrund ihres Alters sei Ihnen das auch nicht zuzumuten und außerdem hätte ausschließlich die Eigentümerin der Kellerwohnung einen Vorteil von der Sanierung der Wände ihrer Wohnung.

Die Richter des Bundesgerichtshofs gaben der Eigentümerin der Kellergeschoßwohnung Recht. Aufgrund der Unbewohnbarkeit der Wohnung und der Gefährdung der Bausubstanz des gesamten Gebäudes sind die Sanierungsmaßnahmen äußerst dringlich. Sie sind zwingend erforderlich und unaufschiebbar. Daher kann weder die finanzielle Situation noch das Alter einzelner Wohnungseigentümer eine Rolle spielen. Eine sogenannte Opfergrenze kann es für solche Instandsetzungsmaßnahmen nicht geben. Alle Eigentümer müssen sich an den Kosten beteiligen.

Darüber hinaus müssen die zahlungsunwilligen Eigentümer damit rechnen, Schadensersatz für Miet- und Nutzungsausfälle zu zahlen. Denn durch die Verzögerung der notwendigen Sanierungen ist die Kellerwohnung schließlich unbewohnbar geworden (BGH, Urteil vom 17.10.2014, V ZR 9/14 ).

Eigentum verpflichtet - können einzelne Eigentümer ihren Anteil an den Kosten für wichtige Sanierungen nicht aufbringen, müssen sie notfalls ihr Wohnungseigentum sogar verkaufen.

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