WEG: Kein Recht auf einen Pool

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Der Bau eines Privatpools ist nicht vom Sondernutzungsrecht an einer Terrasse und Gartenoberfläche gedeckt. Vielmehr erfordert ein Pool auf der Terrasse die Zustimmung der übrigen Wohnungseigentümer.

Ein Wohnungseigentümer, der nach der Teilungserklärung das ausschließliche Sondernutzungsrecht an der Terrasse sowie der Gartenoberfläche innehatte, ließ auf der Terrasse eine tiefe, 4,5 x 5,5 Meter große Baugrube ausheben. Er wollte dort einen privaten Swimmingpool einbauen lassen. Eine Zustimmung der übrigen Wohnungseigentümer hatte er nicht eingeholt. Eine Wohnungseigentümerin verlangt nun den Rückbau der Baumaßnahmen, da das unter der Terrasse liegende Erdreich zum Gemeinschaftseigentum gehöre und ein Pool an dieser Stelle das Erscheinungsbild der Häuser verändere.

Das AG München gab der Wohnungseigentümerin Recht. Denn der Eigentümer ist lediglich Inhaber des Sondernutzungsrecht der Oberfläche des Gartens, also der Terrasse, aber nicht des darunterliegenden Erdreichs. Das ist auch absichtlich so gewollt und stellt keine "überraschende" Regelung dar. Oft befinden sich nämlich im Erdreich Versorgungseinrichtungen der Wohnanlage, die im Gemeinschaftseigentum stehen (z.B. eine Sickergrube).

Die anderen Wohnungseigentümer sind durch den Einbau eines privaten Pools auch beeinträchtigt. Denn durch den Einbau des Pools wird das Erdreich intensiver genutzt als vorher (AG München, Urteil vom 18.8.2015, 484 C 5329/15 ).

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