Prozess gewinnen und trotzdem zahlen?

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Wird ein Wohnungseigentümer von der Eigentümergemeinschaft auf Zahlung von Beiträgen oder Schadensersatz verklagt, muss er auch dann einen Teil der Prozesskosten tragen, wenn er den Rechtsstreit gewonnen hat.

Eine Wohnungseigentümergemeinschaft hatte einen der Eigentümer auf Zahlung einer Sonderumlage verklagt. Der Eigentümer wehrte sich dagegen und gewann den Prozess. Trotzdem wurden die Prozesskosten der Eigentümergemeinschaft für diesen Rechtsstreit in der Jahresabrechnung auf alle Wohnungseigentümer verteilt. Der Eigentümer meint, er müsse sich in diesem Falle nicht an den Prozesskosten beteiligen, da er schließlich gegen die Gemeinschaft obsiegt habe.

In dieser strittigen Frage gab der Bundesgerichtshof der Eigentümergemeinschaft Recht. Prozesskosten sind von allen Wohnungseigentümern zu zahlen. Das gilt jedenfalls dann, wenn es um gemeinschaftliche Beitrags- oder Schadensersatzansprüche geht.

Selbst wenn die Eigentümergemeinschaft Sie verklagt hat und verliert, müssen Sie sich als Teil der Gemeinschaft an den Prozesskosten beteiligen. Denn Prozesskosten sind in diesen Fällen als Kosten der Verwaltung regelmäßig von allen Eigentümern gemeinschaftlich zu tragen (BGH, Urteil vom 4.4.2014, V ZR 168/13 ).

Ob Prozesskosten der Wohnungseigentümergemeinschaft auch dann von allen zu zahlen sind, wenn es nicht um Beiträge und Schadensersatzzahlungen geht, ließ der Bundesgerichtshof in diesem Urteil offen.

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