Kein Schadensersatz trotz fehlerhafter Jahresabrechnung

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Zu den Aufgaben des Verwalters einer Wohnungseigentümergemeinschaft gehört die Aufstellung einer Jahresabrechnung nach Ablauf eines Wirtschaftsjahres. Die Jahresabrechnung muss nicht perfekt sein, eine geordnete Darstellung der Einnahmen und Ausgaben genügt zunächst.

Ein Wohnungseigentümer hatte die vom Verwalter seiner Wohnungseigentümergemeinschaft aufgestellte Jahresabrechnung angefochten. Die Abrechnung enthielt keine Darstellung der Kontenentwicklung. Daher hielt der Wohnungseigentümer die Abrechnung für rechtswidrig und verlangte Schadensersatz vom Hausverwalter.

Das Landgericht Köln bestätigte dem Wohnungseigentümer zwar die Rechtswidrigkeit der fehlerhaften Jahresabrechnung. Denn die fehlende Darstellung der Kontenentwicklung machte eine Prüfung der Abrechnung auf ihre Schlüssigkeit hin unmöglich.

Trotzdem verneinte das Gericht das Vorliegen eines Schadensersatzanspruchs gegen den Hausverwalter. Dem Verwalter ist keine Pflichtverletzung vorzuwerfen. Denn ein Verwalter muss zunächst nur eine Jahresabrechnung aufstellen, die eine ordentliche Übersicht der Einnahmen und Ausgaben der Eigentümergemeinschaft enthält. Er ist nicht dazu verpflichtet, eine absolut korrekte Jahresabrechnung aufzustellen, die einer Anfechtung vor Gericht in jedem Falle standhielte (OLG Köln, Urteil vom 18.12.2014, 29 S 75/14 ).

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