Anspruch auf Bestellung eines Hausverwalters

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Wurde in einer Eigentümergemeinschaft kein Verwalter bestellt, kann jeder Wohnungseigentümer jederzeit die Bestellung eines WEG-Verwalters verlangen. Besondere Gründe müssen hierfür nicht dargelegt werden.

Eine Eigentümergemeinschaft hatte seit Jahren keinen Hausverwalter bestellt. Als ein Wohnungseigentümer die Bestellung eines WEG-Verwalters durchsetzen wollte, haben die übrigen Eigentümer dies abgelehnt. Daraufhin zog der Wohnungseigentümer vor Gericht. Das zuständige Amtsgericht bestellte schließlich einen Hausverwalter.

Das Landgericht Hamburg hat dem klagenden Wohnungseigentümer Recht gegeben. Es entschied, die Bestellung eines Verwalters kann nicht ausgeschlossen werden. Wohnungseigentümer können immer die Bestellung eines Hausverwalters verlangen. Ein aktuelles konkretes Bedürfnis für die Verwalterbestellung ist nicht erforderlich. Verweigern die übrigen Eigentümer die Bestellung, kann auch das zuständige Gericht einen Verwalter bestimmen.

Hieran ändert auch die Tatsache nichts, dass die Eigentümergemeinschaft jahrelang keinen Verwalter bestellt hat. Der Anspruch auf Bestellung verjährt nicht, kann nicht ausgeschlossen und somit auch nicht verwirkt werden. Er entsteht vielmehr jeden Tag aufs Neue, solange kein WEG-Verwalter bestellt worden ist (LG Hamburg, Urteil vom 23.5.2012, 318 S 198/11 ).

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