Zwangsversteigerung eines Grundstücks bei Miteigentum

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Der Insolvenzverwalter kann grundsätzlich auch die Zwangsversteigerung eines Grundstücks beantragen. Steht das Grundstück allerdings im Eigentum mehrerer Miteigentümer, sind die Regeln der Teilungsversteigerung zu beachten.

Zwei Brüder sind Miteigentümer eines Grundstücks, auf dem ein Nießbrauch für ihren Vater und seine Frau eingetragen ist. Der Insolvenzverwalter des einen Bruders hat die Zwangsversteigerung des gesamten Grundstücks beantragt. Das zuständige Amtsgericht hat dagegen nur die Versteigerung für den Miteigentumsanteil des insolventen Bruders angeordnet.

Der Bundesgerichtshof hat entschieden, der Insolvenzverwalter kann keine Versteigerung des gesamten Grundstücks betreiben. Sein Verwertungsrecht beschränkt sich allein auf die Insolvenzmasse. Gehört nur ein Miteigentumsanteil zur Insolvenzmasse, kann er nur die Versteigerung dieses Anteils durchsetzen. Denn auf fremdes Vermögen, wie hier der Miteigentumsanteil des anderen Bruders, erstreckt sich sein Verwertungsrecht nicht.

Der Insolvenzverwalter kann in einem solchen Falle aber den Anspruch des insolventen Bruders gegenüber seinem Bruder auf Aufhebung der Gemeinschaft geltend machen. Dann erfolgt eine Teilungsversteigerung. Hierbei wird zwar auch das gesamte Grundstück versteigert, es gelten aber andere Regeln. Anders als bei der normalen Zwangsversteigerung bleibt vor allem auch der Nießbrauch des Vaters und seiner Frau bestehen (BGH, Beschluss vom 26.5.2012, V ZB 181/11, NZI 2012).

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