Wohnungseigentum: Strom darf säumigem Wohngeldschuldner auch bei Direktbezug abgedreht werden

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Zahlt ein Miteigentümer sein Wohngeld nicht, helfen oft nur radikale Methoden. So darf ihm der Strom abgeklemmt werden. Das geht sogar dann, wenn er einen direkten Vertrag mit dem Versorger hat und ihn direkt bezahlt.

Das Landgericht München I hatte in einem Fall zu entscheiden, in dem ein Wohneigentümer erhebliche Hausgeldrückstände angehäuft  hatte. Das brachte die Eigentümergemeinschaft auf die Idee, eine Versorgungssperre gegen den Miteigentümer zu verhängen, die auch eine Stromsperre beinhaltete. Und das, obwohl der Eigentümer den Strom direkt vom Versorger bezog und direkt an ihn bezahlte.

Das Gericht gab den Eigentümern recht. Eine Versorgungssperre inklusive Stromsperre ist zulässig, selbst wenn der Strom direkt vom Versorger bezogen wurde.

Begründung: Die Stromlieferung erfolgt über eine im Gemeinschaftseigentum befindliche Leitung. Das heißt, es liegt eine Leistung der Gemeinschaft vor, die sie den einzelnen Eigentümern zur Verfügung stellt. Und nach § 273 BGB darf eine Wohnungseigentümergemeinschaft diese Leistung zurückbehalten (LG München I, Urteil vom 8.11.2010, Az. 1 S 10608/10).

 

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