Versicherung: Kicken auf dem Bolzplatz ist unfallversichert

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Wer sich auf einem Bolzplatz verletzt, indem er aufgrund einer Bodenunebenheit umknickt, hat grundsätzlich einen Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung.

Ein Vater spielte mit seinem 5-jährigen Sohn und anderen Familien auf einem Bolzplatz Fußball. Beim Kampf um den Ball knickte der Mann aufgrund einer Bodenunebenheit um und verletzte sich schwer. Die Verletzung führte zu einer Thrombose. Er nahm Leistungen aus der Unfallversicherung in Anspruch. Diese wollet nicht zahlen, da kein "Unfall" im Sinne der Versicherungsbedingungen vorliege.

Das beurteilte das Oberlandesgericht Hamm anders. Die Unfallversicherung ist in der Pflicht. Ein Unfall liegt vor, wenn das Umknicken während des Fußballspiels aufgrund einer Bodenunebenheit erfolgt und sich der Spieler dabei unfreiwillig verletzt. Wird auf einem sogenannten "Bolzplatz" gekickt, ist dies zu unterstellen, da solche Plätze häufig in einem schlechten Zustand und durch Bodenunebenheiten gekennzeichnet sind. Da in diesem Fall keine anderen Anhaltspunkte dafür gegeben hat, die das Umknicken erklären könnten (z. B. Alkohol), haftet die Versicherung.

Daran ändert sich nichts, auch wenn der Verletzte in seiner Schadensanzeige auf die Frage nach "Vorschäden" eine bei ihm gegebene Adipositas (Fettleibigkeit) nicht angegeben habe. Dabei handelt es sich nach Auffassung des Gerichts um keine anzuzeigende Krankheit (OLG Hamm, Urteil vom 15. 8. 2007, Az. 20 U 05/07, NJW-RR-2008 S. 279).

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