Verbraucher: Zur Gültigkeitsdauer einer Mehrfacheintrittskarte

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Die Gültigkeitsdauer von Mehrfacheintrittskarten (z. B. für Schwimmbad oder Sauna) darf zwar grundsätzlich beschränkt werden. Verfallen die Eintritte jedoch bereits nach einem Jahr, ist diese Frist zu kurz. Üblich sind drei Jahre Gültigkeit.

Eine Frau erwarb am 29. 11. 2005 eine Mehrfacheintrittskarte für den Besuch einer Bade- und Saunalandschaft. Zum Preis von 160 Euro sollte sie dieses Angebot elf Mal nutzen können. Nach acht Besuchen wurde die Frau schwanger. Ihr Arzt riet ihr von weiteren Saunabesuchen ab. Als sie später die drei verbleibenden Eintritte einlösen wollte, verwehrte der Betreiber der Wellness-Anlage ihr den Zutritt. Er verwies auf seine AGB, wonach die Gültigkeit der Mehrfacheintrittskarte auf ein Jahr befristet sei.

Zu kurz, urteilte das Amtsgericht Wuppertal. Zwar ist eine Befristung grundsätzlich zulässig. Doch darf die Frist nicht zu kurz sein und damit erheblich von den gesetzlichen Vorschriften abweichen. Ansprüche aus Mehrfacheintrittskarten unterliegen der 3-jährigen Regelverjährungsfrist (§§ 807, 195 BGB). Die Verkürzung auf ein Jahr benachteiligt somit den Erwerber der Karte unangemessen. Der vom Betreiber der Bade- und Saunalandschaft pauschal behauptete höhere Verwaltungs- und Kostenaufwand rechtfertigt die Befristung auf ein Jahr jedenfalls nicht (AG Wuppertal, Urteil vom 19. 1. 2009, Az. 35 C 39/08).

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