Verbraucher: Stinkende Möbel dürfen Sie zurückgeben

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Sie haben Anspruch auf "geruchsneutrale" Ware. Verströmen Ihre Schlafzimmermöbel dauerhaft einen unangenehmen Chemikaliengeruch, können Sie auch noch mehr als ein Jahr nach dem Kauf vom Vertrag zurücktreten. Es kommt nicht darauf an, ob die Gerüche gesundheitsgefährend sind.

Eine Kundin kaufte eine Schlafzimmereinrichtung in Esche massiv für rund 6.200 Euro. Noch Monate nach dem Kauf verströmten die Möbel einen unangenehmen Chemikaliengeruch. Die Frau reklamierte dies, doch der Möbelhändler konnte dem nicht abhelfen. Der Kundin stank es gewaltig, zumal ihr Schlaf unter dem Geruch litt. Eine durchgeführte Raumluftanalyse ergab eine auffällige Häufung flüchtiger organischer Verbindungen. Daraufhin trat die Kundin vom Kauf zurück und verlangte den Kaufpreis erstattet.

Das Landgericht Coburg gab der Frau Recht. Sie hat Anspruch auf "geruchsneutrale" Ware und durfte auch 13 Monate nach dem Abschluss des Kaufvertrages den Vertrag rückabwickeln. Die Schlafzimmermöbel sind mangelhaft. Sie eignen sich nicht für die gewöhnliche Verwendung, also dem Schlafen. Denn sie verströmen einen dauerhaften, unangenehmen Geruch. Dabei darf ein Kunde erwarten, dass Möbel nach dem Aufstellen und einer kurzen Zeit des Ausdünstens (z. B. von Lacken) geruchsneutral sind. Ob die auftretenden Gerüche gesundheitsschädlich sind oder nicht, spielt keine Rolle (z. B. werden verbindliche Grenzwerte überschreiten). Fazit: Das Möbelhaus muss die Einrichtung zurücknehmen und den Kaufpreis zurückzahlen (LG Coburg, Beschluss vom 7. 8. 2009, Az. 6 U 30/09).

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