Verbraucher: Reicht ein Bierdeckel als Abrechnungsgrundlage?

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Können Striche auf einem Bierdeckel beweisen, wie viel Getränke ein Gast getrunken hat? Hierüber hatte das Amtsgericht München zu entscheiden.

Eine Wirtin hatte eine ehemalige Stammkundin verklagt. Gestritten wurde über angeblich noch nicht bezahlte Getränke. Die Wirtin trugt vor, als bekannter Gast habe die Frau anschreiben lassen dürfen. Dabei sei ihr Getränkekonsum auf Bierdeckeln notiert worden. Ein Strich bedeute ein Bier zum Preis von € 2,20. Das sei der Kundin auch bekannt gewesen, so die Wirtin. Sie verlangte noch offene Getränkekosten in Höhe von € 136,-.

Die Stammkundin fand die Rechnung zu hoch und stellte die Zuverlässigkeit des Beweismittels in Frage. Schließlich seien nur Striche und keine Beträge darauf vermerkt. Deshalb wollte sie höchstens € 96,- bezahlen.

Die Richterin am Amtsgericht München protokollierte am Ende einen Vergleich. Sie stellte fest, der "Bierdeckelbeleg" stellt kein geeignetes Beweismittel dar. Striche darauf sind nicht sehr aussagekräftig und leicht zu verfälschen. Das Gericht vernahm stattdessen Zeugen. Danach einigten sich die Beteiligten: Die Kundin zahlte € 113,- (AG München, Vergleich vom 16. 2. 2011, Az. 251 C 28086/10).

 

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