Verbraucher: Benutzung von Parfüm kann Vertragsverletzung darstellen

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Ein Therapeut muss bei der Behandlung einer Patientin Rücksicht darauf nehmen, dass diese möglicherweise auf Duftstoffe allergisch reagiert. Trägt der Therapeut Parfüm, während er eine Duftallergikerin behandelt, so erbringt er keine ordnungsgemäße Leistung.

Eine Duftallergikerin hatte als Patientin eine bereits begonnene Therapiesitzung abgebrochen, weil sie in dem Raum Duftstoffe, insbesondere das von der Therapeutin verwendete Parfüm roch. Die Therapeutin wollte diese Stunde gleichwohl bezahlt haben. Sie verteidigte sich, kein auffälliges Parfum getragen zu haben.

Das Amtsgericht Rheinbach stellte jedoch fest, die Therapeutin hat die Behandlung nicht ordnungsgemäß durchgeführt. Sie hat eine vertragliche Nebenpflicht verletzt, weil sie auf die Patientin zu wenig Rücksicht genommen hat. Die Patientin darf als Duftallergikerin keinen Duftstoffen ausgesetzt sein, insbesondere die Therapeutin selbst keine Duftquelle darstellen. Deshalb ist die Patientin dazu berechtigt, die Sitzung abzubrechen und muss sie nicht bezahlen.

Dabei kommt es nicht darauf an, in welcher Dosis die Therapeutin das Parfüm aufgetragen hat. Allein die Tatsache, dass sie bei einer Therapiesitzung überhaupt Parfüm benutzt hat und somit Duftstoffe freigesetzt werden, die möglicherweise eine allergische Reaktion auslösen können, stellt eine Sorgfaltspflichtverletzung dar (AG Rheinbach, Urteil vom 19. 7. 2010, 5 C 437/09, NJW-RR 2010 S. 1615).

 

 

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