Spinne in Tiefgarage zählt zum allgemeinen Lebensrisiko

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Dass Spinnen von vielen Menschen als abstoßend empfunden werden, ist noch nachvollziehbar. Nicht nachvollziehbar fanden die Richter des Oberlandesgerichts Karlsruhe allerdings, dass Spinnenphobiker, Schadensersatz und Schmerzensgeld einklagen, wenn sie angesichts einer Spinne in einer Tiefgagrage vor Schreck stürzen und sich dabei verletzen.

Eine Frau wollte mit ihrem Mann aus einer Tiefgarage mit dem Auto wegfahren. Beim Einsteigen machte der Mann sie durch Zuruf darauf aufmerksam, dass sich in ihrer Kopfhöhe eine "fette Spinne" gerade "abseilen"  wollte.

Das hatte fatale Folgen: Als die Frau die Spinne sah, erschrak sie, trat reflexartig einen Schritt zurück, verlor das Gleichgewicht und stürzte. Dabei zog sie sich eine Beckenprellung, eine Prellung der rechten Gesichtshälfte und einen komplizierten Bruch am rechten Handgelenk zu.

Die Frau verklagte den zuständigen Hausmeisterservice, der für die Reinigung und Entfernung von Spinnweben einmal im Monat verantwortlich war, wegen Verletzung der Reinigungspflicht auf Schadensersatz und ein Schmerzensgeld in Höhe von mindestens € 6000,-.

Die Klage blieb erfolglos. Das OLG Karlsruhe begründete die Klagabweisung wie folgt: Selbst wenn der Hausmeisterservice auftragsgemäß einmal im Monat alle Spinnweben entfernt hat, kann dadurch nicht sichergestellt werden, dass sich nicht doch zwischenzeitlich  durch die seitliche Fensteröffnung der Garage immer wieder Spinnen einfinden. 

Darüber hinaus diene die Entfernung von Spinnweben nicht in erster Linie dazu, Stürze zu verhindern. Es habe sich hier vielmehr ein allgemeines Lebensrisiko verwirklicht, für das der Hausmeisterservice nicht einzustehen habe (OLG Karlsruhe, Urteil vom 24.6.2009, 7 U 58/09).

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