Schutz von Kleinkindern geht Baumschutz vor

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Die Nadeln und Beeren einer Eibe sind giftig. Sie stellen deshalb eine Gefahr für Kleinkinder dar. Folge: Die Eibe darf gefällt werden, auch wenn sie durch eine Baumschutzsatzung geschützt ist - sofern andere Schutzmaßnahmen nicht ausreichen.

Eine Familie mit zwei Kleinkindern - ein und drei Jahre alt - wohnte in einem Haus mit Garten. Dort stand eine alte Eibe. Weil die Nadeln und Beeren des Baumes giftig sind, fürchteten die Eltern um die Gesundheit ihrer beiden kleinen Kinder. Sie beantragten bei der Stadt, den Baum fällen zu dürfen. Diese lehnte ab und verwies darauf, der Baum unterliege der kommunalen Baumschutzverordnung. Man könne den Baum jedoch mit einem Netz umhüllen, um die Kinder zu schützen.

Das Oberverwaltungsgericht Münster beurteilte den Fall anders. Der Schutz von Kleinkindern ist gewichtiger als das Interesse am Baumschutz. Wenn Kinder die giftigen Beeren verschlucken, kann dies zu einer lebensbedrohliche Gesundheitsgefährdung führen. Bäume, die für Kinder eine Gefahr darstellen, dürfen deshalb trotz einer bestehenden Baumschutzsatzung gefällt werden. Der Garten ist ein "geschützter Raum" für Kinder, der zum Spielen genutzt werden darf. So muss der Baum weichen. Zumal eine Absperrung oder Umhüllung des Baumes keine wirksamen Alternativen zum Schutz der Kinder darstellen (OVG Münster, Beschluss vom 30. 1. 2008, Az. 8 A 90/08).

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