Schmerzensgeld für übergeschütteten Kaffee ja, aber nicht so viel wie in Amerika

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Wenn Ihnen ein Zugbegleiter während der Fahrt heißen Kaffee überschüttet, kann das äußerst schmerzhaft sein. Scheuen Sie sich nicht, Schmerzensgeld zu verlangen, auch wenn man keinem einen Schuldvorwurf machen kann. 

Eine Zugreisende hatte ihren Sitzplatz am Gang eines Großraumwagens der Zweiten Klasse. Dort saß sie schon eine Weile, als eine Bahnangestellte ihr heißen Kaffee über den linken Arm schüttete. Wegen der starken Schmerzen erlitt die Reisende einen Schock. Die Bahnangestellte führte sie in ein Extraabteil, wo sich die arme Frau erst einmal ihrer durchtränkten Kleidung entledigen konnte. Ein mitreisender Arzt, der die Erstversorgung durchführte, diagnostizierte eine Verbrennung zweiten Grades.

Am Urlaubsort musste die Frau außerdem täglich eine Woche lang zur ärztlichen Versorgung gehen. Weitere ärztliche Behandlungen erfolgten zu Hause. Insgesamt dauerte die Behandlung über drei Monate. Kein Wunder, dass sie die Deutsche Bahn auf Schadensersatz und Schmerzensgeld verklagte.

Tatsächlich bekam die Frau Recht. Das Gericht schrieb der Bahn ins Stammbuch, dass es nicht darauf ankommt, warum die Zugbegleiterin den Kaffee verschüttet hat. Es kann keine Rolle spielen, ob sie von einem anderen Reisenden gestoßen worden ist oder allein ins Trudeln geraten ist. In solchen Fällen reicht es aus, wenn das Ganze während der Bahnfahrt passiert ist.

So viel Schmerzensgeld wie Stella Liebeck seinerzeit für eine verschütteten Kaffe bei McDonald´s bekommen hat, gab es hier allerdings nicht. Hier musste sich das Opfer mit  1.000 Euro begnügen (AG Berlin -Tiergarten, Urteil vom 24./.2007, 6 C 381/06, NJW 2008 S. 237).

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