Schlechte eBay-Bewertung bei Rückabwicklung unbeachtlich

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Tritt ein Kunde vom Kaufvertrag zurück, darf der Verkäufer die Rückzahlung des Kaufpreises nicht davon abhängig machen, dass der Kunde zunächst eine Negativbewertung bei eBay widerruft.

Eine Kundin kaufte über eBay ein gebrauchtes Notebook zum Preis von 1.214 Euro, das als "mangelfrei" angeboten worden war. Als die Frau das Gerät aus der Verpackung nahm, musste sie feststellen, dass es verkratzt war und einen Riss aufwies. Die Frau erklärte daraufhin den Rücktritt vom Kaufvertrag. Sie schickte das Notebook an die Verkäuferin und verlangte ihr Geld zurück. Zudem stelle sie eine Negativbewertung ihrer Vertragspartnerin bei eBay ein. Diese weigerte sich, den Kaufpreis zurückzuzahlen. Sie machte die Rückzahlung davon abhängig, dass die Kundin die schlechte Bewertung zurücknimmt. Die Bewertung sei unberechtigt und habe zu erheblichen Gewinneinbußen geführt.

Das Amtsgericht München gab der Kundin Recht. Diese durfte vom Kaufvertrag zurücktreten und die mangelhafte Ware zurückgeben. Sie kann die Erstattung des Kaufpreises verlangen. Die Verkäuferin kann die Rückzahlung nicht vom Widerruf der Negativbewertung abhängig machen. Ihr steht kein Zurückbehaltungsrecht zu. Denn diese Ansprüche stehen in keinem engen oder wirtschaftlichen Zusammenhang.

Die Verkäuferin kann auch nicht mit einer möglichen Schadensersatzforderung aufrechnen. Ob die behaupteten Gewinneinbußen tatsächlich auf die Bewertung der Kundin zurückzuführen ist, ist nicht bewiesen (AG München, Urteil vom 2. 4. 2008, Az. 262 C 34119/07).

Wenn Sie mehr über die rechtlichen Fragen einer Internetauktion wissen möchten, lesen Sie dazu den Beitrag in Gruppe 3 der "Rechtstipps".

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