Nachbars Katze darf aufs Grundstück - aber auf der Terrasse nichts hinterlassen

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Eine Katze darf ein fremdes Grundstück betreten. Das muss der Grundstückseigentümer hinnehmen. Doch geht seine Duldungspflicht nicht so weit, dass die Katze in den Wohnbereich eindringen oder auf der Terrasse ihre Hinterlassenschaften zurücklassen darf.

Der Eigentümer einer Dachgeschosswohnung hielt zwei Katzen. Bei ihren Erkundungstouren kletterten die Tiere über die Dachfläche und die Fenstersimse. Sie schlichen regelmäßig auch auf der Terrasse und in der Wohnung eines benachbarten Ehepaares heraum, das gerade Nachwuchs bekommen hatte. Weil die Tiere Kot und Erbrochenes hinterließen, sah das Ehepaar darin eine Gefahr für sein Baby. Sie verlangten vom Tierhalter dafür zu sorgen, dass die Katzen nicht mehr das Grundstück bzw. das Sondereigentum des Ehepaars in der Wohnanlage betreten.

Das Landgericht Bonn gab dem Ehepaar teilweise Recht. Ein Nachbar muss grundsätzlich zwar aus dem Gebot der nachbarlichen Rücksichtsnahme das Betreten seines Grundstücks durch eine oder zwei Katzen dulden. Den Außenbereich, also Terrasse oder Balkon, dürfen die Tiere betreten. Dies stellt keine große Beeinträchtigung dar, denn sie lassen sich leicht verscheuchen.

Aber: Die Duldungspflicht des Nachbarn geht nicht so weit, dass er die Hinterlassenschaften der Katzen hinnehmen muss (z. B. hinterlassen die Tiere regelmäßig auf der Terrasse oder dem Balkon Kot, Urin oder Erbrochenes). Hier muss der Katzenhalter geeignete Maßnahmen ergreifen, um diese Beeinträchtigung zu unterbinden.

Außerdem dürfen die Katzen nicht in die Wohnung des Nachbarn eindringen (z. B. durch geöffnete Fenster oder Terrassentüren). Das gilt insbesondere, wenn in der Wohnung der Nachbarn ein Säugling wohnt. Auch hier ist der Tierhalten gefordert, die Katzen so zu halten, dass der Besuch der Nachbarwohnung unterbliebt (LG Bonn, Urteil vom 6. 10. 2009, Az. 8 S 142/09).

 

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