Nachbarrecht: Zur Häufigkeit von Gartengrillfreuden

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Steht der Kamingrill eines Grundstückeigentümers in nur neun Meter Entfernung zu einem Mehrfamilienhaus, darf er nicht öfter als 2-mal monatlich und beschränkt auf 10-mal im Jahr grillen. Das Grillen ist dann allerdings ohne vorherige Information der Nachbarschaft zulässig.

Ein Grundstückseigentümer grillte gerne. Er zündete deshalb mehr als 3-mal im Monat seinen fest stehenden Grillkamin im Garten an. Dabei zog der Rauch zum Nachbargrundstück und räucherte das Schlafzimmer einer Nachbarin ein. Dieses Zimmer befand sich im dritten Stock eines Mehrfamilienhauses in neun Meter Entfernung von der Grillstelle.

Die verärgerte Frau wollte daraufhin ihrem Nachbar gerichtlich verbieten lassen, mehr als 1-mal monatlich und mehr als 5-mal pro Jahr zu grillen. Außerdem sollte der Nachbar verpflichtet werden, das Grillen 48 Stunden vorher anzukündigen.

Das Amtsgericht Westerstede entschied, der Mann darf künftig in den beengten räumlichen Verhältnissen nicht so häufig den (Holzkohle-)Kamingrill anwerfen wie bisher. Die Rauch- und Geruchsbelästigung ist für die Nachbarn zu groß. Faustregel: Gegrillt werden darf deshalb nicht öfter als 2-mal im Monat und nicht mehr als 10-mal im Jahr. Jedoch ist Grillen in den Sommermonaten üblich und muss deshalb nicht vorher angemeldet werden (AG Westerstede, Beschluss vom 30. 6. 2009, Az. 22 C614/09, NZM 2010 S. 336).

Hinweis der Redaktion:

Anders eine frühere Entscheidung des Amtsgerichts Bonn. Danach durfte in einem Mehrfamilienhaus nur 1-mal monatlich auf dem Balkon bzw. der Terrasse gegrillt werden und dies musste den Mitbewohnern zudem 48 Stunden vorher angekündigt werden (Urteil vom 24. 9. 1997, Az. 6 C 545/96). Lesen Sie dazu auch unsere Sonderinformation "Sommergrillfest" (vgl. Gruppe 1/6).

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