Nachbarrecht: Wilder Wein muss ganz weg

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Für Rankpflanzen wie etwa wilden Wein gilt: Greifen Sie auf die Fassade des Nachbarhauses über, müssen sie gerodet werden. Ein regelmäßiger Rückschnitt allein reicht zum Fassadenschutz nicht aus.

An einer Hausfassade rankte sich wilder Wein empor und griff auch auf das Nachbarhaus über. Dessen Eigentümer forderte zunächst seinen Nachbarn auf, die Ranken zurückzuschneiden. Weil die Pflanze stark wucherte, zeigte sich nach kurzer Zeit dasselbe Problem. Der Hauseigentümer verlangte daraufhin, den wilden Wein komplett zu entfernen.

Das Landgericht Berlin entschied: Rodung statt Rückschnitt ist angesagt. Allein der Rückschnitt der stark wachsende Pflanze verhindere nicht, dass diese auf das Nachbarhaus übergreife. Für den Nachbarn ist es aber unzumutbar, regelmäßig die Beseitigung der Triebe und der dadurch entstehenden Fassadenschäden zu verlangen. Dahinter tritt das Interesse des Besitzers des weinberankten Hauses zurück, die Pflanze zu erhalten (LG Berlin, Urteil vom 27. 2. 2007, Az. 53 S 122/06).

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