Nachbarrecht: Störende Lichtreflexionen vom Dachfenster müssen Sie nicht dulden

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Dachfenster, die das Sonnenlicht so ungünstig reflektieren, dass der Nachbar extrem geblendet wird, dürfen nicht sein. Solche Störungen sind zu unterbinden, beispielsweise durch Rollos oder den Einbau matter Glasscheiben.

Die Dachfenster eines Nachbarhauses reflektierten das Sonnenlicht in der Zeit von April bis September derart ungünstig, dass der Eigentümer einer gegenüberliegenden Wohnung täglich eine halbe Stunde lang stark geblendet wurde. Besonders unangenehm waren die Lichtimmissionen im Wohnzimmer und auf der Terrasse, sodass die Nutzbarkeit dieses Raumes bzw. der Fläche in den frühen Abendstunden erheblich eingeschränkt war. Die Wohnungseigentümer wollten diesen Zustand nicht länger hinnehmen und klagten auf Unterlassung.

Das Oberlandesgericht Stuttgart entschied, derart störende Sonnenlichtreflexionen aufgrund baulicher Besonderheiten dürfen nicht sein. Anders bei natürlicher Ablenkung des Lichtes. Blendungen, die daraus entstehen, müssen Sie hinnehmen.

Ist jedoch die Gestaltung des Dachfensters ursächlich für die Blendwirkung, muss der verantwortliche Nachbar dafür sorgen, dass die Reflexionen mit zumutbaren Mitteln auf ein zumutbares Maß reduziert werden, etwa durch den Einbau von Rollos oder mattierten Glases. Kommt es danach immer noch zu Blendungen, sind diese jedoch vom Nachbarn hinzunehmen (OLG Stuttgart, Urteil vom 9. 2. 2009, Az. 10 U 146/08).

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