Nachbarrecht: Anlieger müssen Kirchenmusik hinnehmen

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Wer in der Nähe einer Kirche wohnt, muss mit Kirchenmusik leben, die nach draußen dringt. Sie gilt als "ortsüblich". Einzige Voraussetzung: Die Musik darf die zulässigen Grenzwerte nicht überschreiten.

Eine pensionierte Lehrerin klagte gegen die Kirchenmusik im örtlichen Dom. Sie empfand die Orgel- und Chormusik als penetrant und deprimierend. Sie wollte mit ihrer Klage erreichen, dass kein Ton mehr nach draußen dringt. Die Musik war ihrer Ansicht nach auch zu laut.

Das Landgericht Verden hat die Nachbarklage jedoch abgewiesen. Die Orgelmusik überschreitet nicht die zulässigen Grenzwerte. Außerdem ist das Gemeindeleben einschließlich Kirchenmusik durch das Grundgesetz geschützt. Es fällt unter den verfassungsrechtlichen Schutz der Religionsfreiheit und kann somit objektiv nicht unterbunden werden.

Außerdem schrieben die Richter der Anwohnerin ins Stammbuch: Wer in unmittelbare Nachbarschaft eines Dom zieht, muss mit Musik leben. Denn es wird dort schon immer musiziert. Kirchenmusik ist somit "ortsüblich". Hier war die Lehrerin bereits 1972 zugezogen (LG Verden, Urteil vom 18. 11. 2009, Az. 7 O 162/09).

Rechtstipp
Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, was Sie als Anwohner oder Nachbar an Lärmbelästigung dulden müssen, lesen Sie die "Rechtstipps" in Gruppe 7.

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