Maklerprovision auch ohne Nennung aller Daten fällig

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Wer einen Makler beauftragt, weiß, dass bei erfolgreichereiche Vermittlungstätigkeit normalerweise eine Provision fällig wird. Was aber, wenn das fragliche Objekt zunächst nicht in Betracht kommt, später jedoch über einen anderen Makler angemietet wird? Klar, dass Makler Nummer 1 hier nicht auf seine Provision verzichten will.

Ein Makler übermittelte einem Mietinteressenten eine Liste mit 13 geeigneten Mietobjekten. Auf der Liste befand sich auch das später vom Interessenten angemietete Objekt. Zu diesem Objekt hatte der Makler zwar noch ein Kurzexposé mit Grundrissplänen an seinen Kunden versandt, besichtigt wurde das Objekt jedoch nicht im Rahmen einer gemeinsamen Besichtigungstour. Es wurde vielmehr vier Tage später zusammen mit einem anderen Makler besichtigt und schließlich angemietet.

Als Makler Nummer 1 dennoch seine Provision einforderte, wollte der Kunde nicht zahlen. Begründung: Makler Nummer 1 habe keine vollständigen Nachweisunterlagen erbracht. Denn Name und Anschrift des Vermieters seien ihm nicht genannt worden.

Diese Argumentation nützte dem Kunden vor Gericht nichts. Es reicht nach Ansicht des OLG Düsseldorf aus, wenn der Makler eine Gelegenheit zum Abschluss eines Hauptvertrages nachweist. Und dies ist hier geschehen. Auf die Nennung des Namens des künftigen Vertragspartners kommt es nicht an, wenn der Maklerkunde vorerst nicht danach fragt.

Es spielt auch keine Rolle, wenn wie hier der Kunde nicht die Maklerprovision umgehen will, sondern die vollständige Adresse von einem weiteren makler erhalten hat. Der Mietinteressent hätte vielmehr Makler Nummer 1 darüber informieren müssen, ob er an dem Objekt interessiert ist, um so dem ersten Makler die Möglichkeit zu geben, Ross und Reiter zu nennen (OLG Düsseldorf, Urteil vom 5.9.2008, 7 U 185/07). 

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