Keine Haftung für aufgebrochene Tür nach Feuerwehr-Fehlalarm

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Ruft ein ernsthaft besorgter Nachbar die Feuerwehr und bricht diese daraufhin die Wohnungstür auf, haftet der Nachbar nicht für den entstandenen Schaden. Das gilt auch, wenn der Anruf einen Fehlalarm auslöste. Die Entscheidung über die angebrachten Rettungsmaßnahmen ist allein Sache der Feuerwehr.

Eine Frau rief die Feuerwehr, weil sie in der Nachbarwohnung einen Notfall vermutete. Sie hatte zunächst verabredungsgemäß versucht, ihre Nachbarin telefonisch zu erreichen, die aus der Reha zurück war. Beim ersten Anruf hatte sie ein Stöhnen und Jammern gehört, beim zweiten nur ein Freizeichen.

Der eingetroffenen Feuerwehr wurde die Tür auf ihr Klingeln hin nicht geöffnet. Deshalb brach sie die Wohnungstür auf. Doch die Wohnung war leer. Der Vermieter verlangte von der Nachbarin, den Schaden von knapp über 1.000 Euro zu ersetzen.

Doch das Landgericht Berlin lehnte den Schadenersatzanspruch ab. Im vorliegenden Fall handelt es sich nicht um einen bewussten Falschalarm. Vielmehr hat die Nachbarin überzeugend dargelegt, dass sie vom Vorliegen eines Notfalls ausgehen durfte.

Als Folge ist es die Aufgabe der Feuerwehr zu entscheiden, welche Maßnahmen zu ergreifen sind. Deshalb haftet sie für mögliche Einsatzschäden, nicht jedoch der aufmerksame Bürger, der die Feuerwehr berechtigt herbeiruft (LG Berlin, Urteil vom 26. 1. 2011, Az. 49 S 106/10).

Rechtstipp

Alarmiert jemand bewusst die Feuerwehr falsch, wird es für den Anrufenden allerdings teuer. Denn die Feuerwehr kann bei einem Fehlalarm den Ersatz ihrer Einsatzkosten verlangen. Außerdem haftet der Anrufer in diesem Fall auch für Schäden am Privateigentum, die durch den mutwillig verursachten Fehlalarm entstanden.

 

 

 

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