Hahnenkrähen grundsätzlich auch sonn- und feiertags im Freien zulässig

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Ein Hahn darf auch sonn- und feiertags draußen krähen und muss nicht in einem artgerechten, schallisolierten Stall gehalten werden. Ausnahme: Die Mittagsruhe gilt an Sonn- und Feiertagen auch für den Hahn.

Das frühmorgendliche und auch noch in den Abendstunden andauernde, laute Hahnenkrähen war Gegenstand eines Nachbarstreits. Der Halter des Hahns sollte deshalb aufgrund einer Ordnungsverfügung der Gemeinde das Federvieh werktags von 12 Uhr bis 15 Uhr und von 19 Uhr bis 8 Uhr sowie sonn- und feiertags ganztags in einem artgerechten, schallisolierten Stall unterbringen. Dagegen setzte sich der Tierhalter zur Wehr.

Er bekam vor dem Verwaltungsgericht Freiburg teilweise Recht. Der Hahn darf werktags auch in der Mittagszeit krähen, abends ist jedoch ab 19 Uhr Schluss. An Sonn- und Feiertagen ist auch die Mittagsruhe einzuhalten. Hier ist das Hahnenkrähen im Freien nur von 8 Uhr bis 13 Uhr und von 15 Uhr bis 19 Uhr zulässig. Alle übrigen Zeiten - insbesondere abends und nachts - muss der Hahn artgerecht in einem schalldichten Käfig untergebracht werden.

Das Gericht erkannte ein angemessenes Ruhebedürfnis der Nachbarn an, denn das Hahnenkrähen verursacht eine erhebliche Lärmbelästigung der Anwohner. So ist es dem Halter des Hahns zuzumuten, ihn von abends 19 Uhr bis morgens um 8 Uhr schallisoliert im Stall unterzubringen.

Eine werktägliche schallisolierte Unterbringung über die Mittagszeit kann von dem berufstätigen Halter jedoch nicht verlangt werden. Anders jedoch an Sonn- und Feiertagen. Hier sind die Ruhezeiten einzuhalten und der Hahn auch über Mittag einzusperren (VG Freiburg, Urteil vom 22. 12. 2008, Az. 4 K 2341/08).

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