Haftung: Schmerzensgeld nach missglücktem Friseurbesuch

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Haarausfall, blutige oder sich ablösende Kopfhaut? Der Besuch beim Friseur kann fatale Folgen haben. Arbeitet der Friseur nicht fachgerecht, kann der betroffene Kunde Schadensersatz und Schmerzensgeld verlangen.

Eine Kundin ließ sich die 10 cm langen Haare blondieren. Beim Auswaschen des Mittels klagte sie zunächst über starke Schmerzen an der Kopfhaut. Am Ende der Behandlung blutete die Kopfhaut der Kundin und die oberste Hautschicht löste sich am nächsten Tag ab.

Die Frau suchte daraufhin eine Hautärztin auf. Diese stellte in einem Gutachten fest, dass die Kopfhaut durch das Blondieren stark geschädigt wurde und dass die Frau an Haarausfall und Haarbruch litt. Der Heilungsprozess war langwierig. Die Frau musste die verbleibenden Haare auf 6 mm Länge kürzen und eine Perrücke tragen.

Die Haftpflichtversicherung des Friseurs leistete zunächst Schadensersatz und bezahlte der Frau ein Schmerzensgeld von rund 1000,- Euro. Das war der Geschädigten jedoch zu wenig. Sie habe große Schmerzen gehabt und über ein halbes Jahr eine Perrücke tragen müssen, was sie psychisch erheblich beeinträchtigt habe.

Das Landgericht Arnsberg kam zu dem Schluss, dass ein höheres Schmerzensgeld angemessen ist und sprach der Frau weitere 2.000,- Euro zu. Der Friseur haftet aus fahrlässig fehlerhafter Haarbehandlung und fahrlässiger Körperverletzung. Denn die Blondierung wurde fachlich nicht ordnungsgemäß durchgeführt.

Die Richter schlossen ein Mitverschulden der Kundin aus. Schließlich hatte sie während der Behandlung auf Schmerzen hingewiesen. Doch wurde die Prozedur nicht abgebrochen (LG Arnsberg, Urteil vom 26. 10. 2010, Az. 3 S 111/10).

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