Haftung: Kaufhauskunde muss mit Glastüren rechnen

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Werden Glastüren im Eingangsbereich eines Kaufhauses ausreichend gekennzeichnet, muss jeder verständige Kunde auf sich selbst aufpassen. Prallt er unachtsam gegen eine Glastür, haftet der Kaufhausbetreiber nicht für die Verletzungsfolgen.

Eine Kundin übersah im Eingangsbereich eine geschlossene Glastüre und prallte mit dem Kopf dagegen. Sie erlitt eine Gehirnerschütterung und konnte eine Weile nur verschwommen sehen. Sie machte den Betreiber der Kaufhauses für den Unfall verantwortlich und verlangte Schmerzensgeld in Höhe von 1.500 Euro sowie den Ersatz des Haushaltsführungsschadens in Höhe von weiteren € 1249 Euro. Weil die Türen nicht ausreichend erkennbar und wenig auffallend gekennzeichnet waren, habe der Kaufhausbetreiber seine Verkehrssicherungspflicht verletzt, argumentierte die verletzte Kundin.

Das Amtsgericht München wies die Schadensersatzklage ab. Das Gericht stellte fest, die Tür war ausreichend gekennzeichnet. Aufkleber reichen dazu aus (z. B. ein Aufkleber mit den Öffnungszeichen, mit Pay-Back-Informationen und dem Zeichen "Rauchverbot").

Zudem handelte es sich nicht um "Durchgangstüren" im Kaufhausinneren, sondern um Türen im Eingangsbereich. Diese werden üblicherweise mit Glasfronten bzw. -türen gestaltet. Deshalb muss ein Kunde mit Glastüren rechnen und sich umsichtig verhalten, wenn er ein Kaufhaus betritt. Er darf nicht sorglos drauf vertauen, dass er den Eingang ungehindert passieren kann (AG München, Urteil vom 26. 3. 2009, Az. 172 C 1190/09).

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