Haftung: Familiäre Gefälligkeit ist nicht gesetzlich unfallversichert

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Wer seinen Eltern bei Eigenbauarbeiten hilft und sich dabei verletzt, ist nicht gesetzlich unfallversichert. Denn in Eltern-Kind-Beziehungen sind Gefälligkeitsleistung üblich und selbstverständlich. Es liegt somit keine arbeitnehmerähnliche Tätigkeit vor.

Ein Student half seinen Eltern bei Umbauarbeiten am Haus und verletzte sich bei Dacharbeiten mit einem Hammer an einem Fingergelenk. Er studierte seit Oktober 2003 in Frankfurt/Main, hatte seinen Erstwohnsitz aber noch immer bei seinen Eltern in Nordrhein-Westfalen.

Von der gesetzlichen Unfallversicherung begehrte der junge Mann die Zusage, bei möglichen späteren Komplikationen und einer Minderung der Erwerbsfähigkeit einen Rentenanspruch zu haben. Die Versicherung winkte ab: Kein Versicherungsschutz bei Gefälligkeitsleistungen unter engen Verwandten.

Das Hessische Landessozialgericht bestätigte die Argumentation der Versicherung. Grundsätzlich können zwar auch unentgeltliche Tätigkeiten unter Verwandten arbeitnehmerähnlich und damit gesetzlich unfallversichert sein.

Anders jedoch bei Hilfen zwischen Eltern und Kindern. Diese gelten als üblich und selbstverständlich. Deshalb liegt keine arbeitnehmerähnliche Tätigkeit vor, wenn ein Student seinen Eltern beim Hausbau hilft.

Das gilt auch dann, wenn ein Kinder volljährig ist und nicht mehr ständig im Haushalt der Eltern wohnt. Eine solche Mithilfe ist Studierenden als Gegenleistung für die finanzielle Unterstützung der Eltern zumutbar (Hessisches LSG, Urteil vom 15. 3. 2011, Az. L 3 U 90/09).

 

 

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