Haftet ein Autofahrer für Spritzwasserschäden?

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Fußgänger müssen damit rechnen, bei Regenwetter von Spritzwasser erfasst zu werden. Ein Autofahrer, der eine Wasserlache auf der Straße nicht in Schrittgeschwindigkeit durchfährt, muss jedenfalls nicht für die Reinigung der verschmutzten Kleidung aufkommen.

Ein Fußgänger war bei Tauwetter unterwegs und wurde von einer Wasserfontaine erfasst, die ein Autofahrer verursachte, als dieser schnell durch eine riesige Wasserlache auf der Fahrbahn fuhr. Der Fußgänger wollte die Reinigungskosten für seine verschmutzte Kleidung ersetzt haben. Der Schaden wäre seiner Meinung nach vermeidbar gewesen, wenn der Pkw-Fahrer Schritttempo eingehalten hätte.

Die Schadensersatzklage hatte keinen Erfolg. Das Landgericht Itzehoe entschied, Autofahrer müssen beim Durchfahren einer Pfütze nicht auf Schrittgeschwindigkeit abbremsen. Vielmehr haben sich Fußgänger bei Regen auf Spritzwasser einzustellen und sich gegebenenfalls durch geeignete Bekleidung davor zu schützen.

Den Pkw-Fahrer trifft somit kein Verschulden am Spritzwasserschaden. Zur Begründung führten die Richter aus, sonst dürfen bei Regen ganze Ortschaften nur noch im Schritttempo durchfahren werden. Das beeinträchtigt den Straßenverkehr unzumutbar. Zudem gefährdet das Abbremsen vor einer Wasserlache den nachfolgenden Verkehr (LG Itzehoe, Beschluss vom 24. 2. 2011, Az. 1 S 186/10).

 

 

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