Grundstück: Baumwurzeln dürfen nicht den Rasen des Nachbarn durchdringen

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Baumwurzeln müssen gekappt werden, wenn sie von einem Grundstück auf das angrenzende so tief in den Rasen eindringen, dass dieser dadurch durchwuchert wird und nicht mehr wachsen und gepflegt werden kann.

Auf einer Seite einer Grundstücksgrenze standen vier alte Bäume, die auch nicht mehr im besten Zustand waren. Ihr Wurzelwerk drang auf das Nachbargrundstück ein und durchwucherte den Rasen der Nachbarin. Die hatte das bislang hingenommen, aber die Rasenpflege wurde zunehmend unmöglich. Deshalb verlangte sie von ihren Nachbarn Abhilfe. Doch die dachten nicht daran, die Wurzeln abzuschneiden oder gar die Bäume zu fällen. Verjährt, zu teuer und obendrein unbillig, so ihre Gegenargumente.

Mit denen sie aber das Amtsgericht München nicht überzeugen konnten. Das eindringende Wurzelwerk beeinträchtigt den Rasen der Nachbarin erheblich. Denn er kann weder sachgerecht gepflegt werden noch ungestört wachsen. Folge: Die Wurzeln müssen weg.

Der Beseitigungsanspruch ist aufgrund des Alters und des Zustandes der Bäume nicht unbillig. Diese sind laut Gutachten nicht mehr erhaltenswert. Sterben sie durch das Kappen der Wurzeln ab und müssen gefällt werden, benachteiligt dies den Eigentümer nicht unangemessen. Denn er muss sowieso mit dem Fällen der Bäume rechnen. Das gilt entsprechend für die damit verbundenen Kosten.

Hier standen die Bäume fast 20 Jahre an der Grenze. Deshalb ist der Anspruch der Nachbarin auf das Beseitigen der Bäume selbst verjährt. Das Beseitigen des Wurzelwerkes wird aber nicht von der Verjährung umfasst. Dies gilt selbst dann, wenn dies zum Absterben der Bäume führen würde (AG München, Urteil vom 12. 2. 2010, Az. 121 C 15076/09)

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