Gewinnversprechen: Klagen kann sich auszahlen!

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Wird Ihnen ein Scheckvordruck übersendet, den Sie quasi "nur noch" auf einer Kaffeefahrt einlösen müssen, kann dies eine Gewinnzusage über den angegebenen Betrag darstellen. Klagen lohnt sich also.

Eine Frau hatte von einem Unternehmen ein Schreiben erhalten. Darin wurde sie als "nächste Rubbel-Los-Gewinnerin" bezeichnet und aufgefordert, den beigefügten Scheckvordruck über 1.500 Euro auf die angekündigte Kaffeefahrt mitbringen. Der Scheck sollte nach Überprüfung der Personalien vor Ort "durch eine originale Unterschrift seine Rechtsgültigkeit" erhalten und ihr als persönlicher Gewinn überreicht werden. Auf der Kaffeefahrt ging die Frau aber leer aus. Der Veranstalter wandte ein, mit dem Schreiben sei lediglich der Gewinn eines Rubbel-Loses mitgeteilt worden. Damit war die Frau nicht einverstanden und klagte.

Mit Erfolg. Das Amtsgericht Charlottenburg stellte fest, der Kaffeefahrt-Anbieter muss zahlen. Die Frau hat einen Anspruch auf Auszahlung eines versprochenen Gewinns in Höhe von 1.500 Euro. Das Schreiben vermischt "Bargeldgewinn" und "Rubbel-Los-Gewinn" und möchte den Empfänger absichtlich über den genauen Ablauf der vermeintlichen Gewinnverlosung im Unklaren lassen. Es ist aber nach Auffassung des Gerichts so zu verstehen, dass nur noch der Scheck unterschrieben werden muss. An dieser Gewinnzusage muss sich der Veranstalter deshalb festhalten lassen (AG Charlottenburg, Urteil vom 27. 1. 2009, Az. 226 C 238/08).

Was Sie sonst noch zur rechtlichen Seite sogenannter "Gewinnzusagen" wissen sollten, erfahren Sie in der Gruppe 12 der "Rechtstipps".

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