Zur Haftung für einen Überschwemmungsschaden durch einen Biber

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Staut ein Biber einen Wasserzulauf derart, dass es auf dem Nachbargrundstück zu einem Überflutungsschaden kommt, haftet der Grundstückseigentümer nicht als Störer. Die Einwanderung eines Bibers und seine Bauten am Wasserzulauf stellen vielmehr ein Naturereignis dar.

Ein Landwirt erlitt über Jahre Ernteausfälle wegen Überflutungsschäden. Diese verursachte ein auf dem naturbelassenen Nachbargrundstück eingewanderter Biber. Von seinem Nachbarn forderte der Landwirt Schadensersatz. Dieser müsse den Schaden durch die Aktivitäten des Bibers verhindern, zudem habe auch er sein Grundstück landwirtschaftlich zu nutzen.

Das Oberlandesgericht Nürnberg stellte hingegen fest, der Nachbar haftet nicht als sogenannter Störer für die Überflutungsschäden, die der Biber verursacht hat. Hier wird der Wasserzu- bzw. -abfluss durch ein zufälliges Naturereignis verändert, namentlich durch die Bautätigkeiten eines Bibers. Dem Nachbarn sind diese Störungen nicht zuzurechnen, die er weder durch eigene Handlungen ermöglicht noch durch ein pflichtwidriges Unterlassen herbeigeführt hat.

Der Nachbar muss auch nicht zugunsten des Landwirts den natürlichen Abfluss des Wassers so abändern, dass keine Nachteile für andere Grundstücke entstehen. Zudem ist er nicht verpflichtet, auf seinem Grundstück eine normale landwirtschaftliche Nutzung zu betreiben. Er darf folglich das naturbelassene Grundstück mit Wassergraben und Uferbewuchs so belassen, wie es ist (OLG Nürnberg, Urteil vom 14.1.2014, 4 U 2123/13 ).

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