Offener Kamin darf nur gelegentlich genutzt werden

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Ein offener Kamin ist eine romantische Sache. Doch der Kaminqualm kann in der Nachbarschaft zu Geruchs- und Rauchbelästigung führen. Deshalb gibt es Grenzen beim offenen Kaminfeuer. Hier gilt die Faustregel: Das Feuer darf an acht Tagen pro Monat jeweils fünf Stunden brennen. Danach ist Schluss.

Ein Hauseigentümer hatte seinen offenen Kamin im Winter fast täglich benutzt. Sein Nachbar fühlte sich durch die Qualm-Entwicklung und den übelriechenden Rauch erheblich belästigt. Er vermutete, der Kaminbesitzer verwende auch unzulässiges Brennmaterial und klagte auf Unterlassung der Kaminnutzung.

Das Kammergericht Berlin gab dem Nachbarn Recht, der die Rauchschwaden nicht uneingeschränkt hinnehmen muss. Ein offener Kamin darf nur gelegentlich genutzt werden, da der Rauch die Nachbarn erheblich beeinträchtigt.

Ähnlich wie beim Grillen im Freien sind auch beim offenen Kaminofen Grenzen einzuhalten. Es gilt als angemessen, wenn der Kamin an maximal acht Tagen im Monat jeweils höchstens fünf Stunden am Stück qualmt. Diese Grenze wurde hier durch fast tägliches Anfeuern des Kamins deutlich überschritten.

Dass in der Nachbarschaft auch andere offene Kamine betrieben werden, spielt keine Rolle. Das erhöht weder die Betriebsdauer des einzelnen Kamins noch sind die Geruchsbeeinträchtigungen hier vergleichbar. Somit konnte der Hauseigentümer nicht nachweisen, dass die Benutzung offener Kamine eine ortsübliche Beeinträchtigung ist, die hingenommen werden muss (KG, Urteil vom 26.3.2013, 21 U 131/08 ).

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