Nächtliches Zeitläuten von Kirchenglocken kann unterbunden werden

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Fühlen Sie sich durch Glockengeläut belästigt, müssen Sie unterscheiden: Nächtliches Zeitläuten ist nicht in jedem Fall hinzunehmen, während Nachbarrechtsinteressen gegenüber liturgischem Geläut weniger ins Gewicht fallen.

Ein Rentner, der schon vor Jahrzehnten aus der Kirche ausgetreten war, zog von München ins Fränkische aufs Land. Dort fühlte er sich durch den nächtlichen Glockenschlag zu jeder Viertelstunde in seiner Nachruhe erheblich gestört, ebenso durch das liturgische Kirchengeläut, das ihm zu laut war.

Die evangelische Gemeinde verwies ihrerseits darauf, dass das Läuten zum Gemeindeleben gehöre. Eine der drei Glocken sei bereits 1873 gegossen worden.

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof holte zunächst ein Gutachten ein: Freitags wurden 66,9 Dezibel erreicht, samstags 71,3, in der Spitze 86,2 Dezibel. Zu laut, ließen die Richter durchblicken, und führten die beiden Parteien zu einem Vergleich.

Denn nach einem Grundsatzurteil Bundesverwaltungsgerichts muss liturgisches Glockenläuten im Rahmen des Herkömmlichen geduldet werden, beim Zeitläuten muss jedoch auf die Nachbarschaft Rücksicht genommen werdne (z.B. dürfen durch den exzessiven Gebrauch der Glocken keine Gesundheitsschäden drohen).

Somit werden die Kirchenglocken in dem fränkischen Dorf künftig wohl weniger läuten. Das nächtliche Zeitläuten wird eingestellt. Das Einläuten des Sonntags am Samstag ab 16:00 Uhr wird von 14 auf zehn Minuten verkürzt. Dafür darf das Gebetsläuten am Freitag ab 11:00 Uhr auch künftig fünf Minuten dauern (Bayerischer VGH, Vergleich vom 19.7.2013, 22 B 12.2388).

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