Keine Laubrente, wenn in Wohngegend Baumbepflanzung typisch ist

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Grundstücksbesitzer müssen mitunter auch große Laubmengen, die vom Nachbargrundstück auf das eigene Grundstück fallen, auf eigene Kosten beseitigen. Dies gilt insbesondere, wenn Laubbäume für die jeweilige Wohngegend typisch sind. Wer das Wohnen im Grünen genießt, muss den damit verbundenen Laubfall in Kauf nehmen.

Für eine Grundstückseigentümerin wurde eine große, alte Linde in der Nachbarschaft zum Ärgernis und zur Qual. Blüten, Samen, Blätter und Äste bedeckten mehrfach im Jahr ihr Grundstück in einem Radius von ca. 30 Meter - und damit auch Rasen und Gemüsebeete. Das Herbstlaub bildet eine rund zehn Zentimeter dicke Schicht, die in 15 80-Liter-Tonnen entsorgt werden muss. Die störenden Einwirkungen verstopfen die Regenrinnen, die jährlich drei bis vier Mal zu reinigen sind. Für all diese Beeinträchtigungen verlangte die Frau eine Entschädigung von jährlich 500,00 €.

Die begehrte Laubrente blieb ihr nach der Entscheidung des Amtsgerichts München jedoch versagt. Die Beeinträchtigung des Grundstücks durch die Linde kann zwar als wesentlich angesehen werden, muss aber im konkreten Fall geduldet werden. Denn die betroffenen Grundstücke liegen in einer Wohngegend, die durch große und laubreiche Bäume geprägt werden. Deshalb sind Beeinträchtigungen durch Laub, Samen und Blüten als ortüblich hinzunehmen. Sie bilden sozusagen die Kehrseite des Vorzugs des Wohnens im Grünen (AG München, Urteil vom 26.2.2013, 114 C 31118/12 ).

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